Die persönliche Gesundheitsakte als PDF
Arztbriefe stapeln sich in Schubladen, Befunde wandern zwischen Praxen, und beim Notfallbesuch in einer fremden Klinik sind die wichtigsten Informationen nicht verfügbar. Eine strukturierte digitale Gesundheitsakte als PDF kann das ändern, und im Ernstfall sogar Leben retten, weil Ärzte sofort auf Diagnosen, Medikamente und Allergien zugreifen können.
Das PDF-Format eignet sich für medizinische Dokumente aus mehreren Gründen: Es ist plattformunabhängig, kann passwortgeschützt werden, lässt sich auf dem Smartphone speichern und bei Bedarf schnell weiterleiten. Anders als proprietäre Gesundheits-Apps ist ein PDF unabhängig von einer bestimmten Software oder einem bestimmten Anbieter.
Welche Dokumente gehören in die digitale Gesundheitsakte?
Die persönliche Gesundheitsakte sollte folgende Kategorien umfassen: aktuelle Medikamentenliste mit Dosierungen, bekannte Allergien und Unverträglichkeiten, chronische Diagnosen, Arztbriefe der letzten fünf Jahre, Operationsberichte, Laborwerte, Röntgen- und MRT-Befunde, Impfpass und aktuelle Vorsorgeuntersuchungen.
Nicht alles muss in einer einzigen Datei sein. Bewährt hat sich eine Aufteilung in: eine Kurzübersicht (ein bis zwei Seiten mit den wichtigsten Informationen für den Notfall) und ein vollständiges Archiv mit allen Dokumenten, geordnet nach Datum oder Behandlungsbereich.
Papierbasierte Befunde digitalisieren
Viele ältere Arztbriefe und Befunde liegen nur auf Papier vor. Für die digitale Akte müssen diese gescannt werden. Ein Smartphone mit einer Scanner-App liefert für die meisten Dokumente ausreichende Qualität, wichtig ist eine Auflösung von mindestens 150 dpi und möglichst gute Beleuchtung ohne Schatten.
Gescannte Dokumente sollten danach einer OCR-Verarbeitung unterzogen werden, damit der Text durchsuchbar ist. Das ist besonders bei Medikamentenlisten und Diagnosen wichtig: Eine Suche nach einem bestimmten Wirkstoff in der gesamten Gesundheitsakte dauert Sekunden, wenn der Text durchsuchbar ist. Das OCR-Werkzeug von PDFMonster macht gescannte PDFs vollständig durchsuchbar.
Sensible Daten schützen
Medizinische Daten gehören zu den sensibelsten persönlichen Informationen überhaupt. Die digitale Gesundheitsakte muss entsprechend geschützt werden. Auf dem Gerät sollte die Datei in einem verschlüsselten Bereich gespeichert sein. Beim Weitergeben, per E-Mail an einen Facharzt oder beim Upload in ein Patientenportal, sollte das PDF mit einem Passwort geschützt sein.
Mit dem PDF schützen-Werkzeug lässt sich ein starkes Passwort setzen, das das Öffnen des Dokuments verhindert. Das Passwort sollte dem Empfänger über einen separaten Kanal mitgeteilt werden, nicht in derselben E-Mail, die auch das Dokument enthält.
Vertrauliche Informationen schwärzen
Manchmal soll nur ein Teil einer medizinischen Akte weitergegeben werden, zum Beispiel ein spezifischer Befund an einen Spezialisten, ohne die gesamte Krankengeschichte offenzulegen. In diesem Fall lassen sich nicht relevante Informationen dauerhaft aus dem Dokument entfernen.
Das Schwärzen-Werkzeug entfernt ausgewählte Textbereiche und Bilder dauerhaft aus dem PDF, nicht nur visuell, sondern auch aus den Metadaten. Das ist der Unterschied zu einem schwarzen Rechteck, das man über Text zeichnet: Beim echten Schwärzen kann der Text nicht mehr durch Kopieren oder Markieren wiederhergestellt werden.
Arztbriefe strukturiert ablegen
Ein konsistentes Benennungsschema für Arztbriefe und Befunde erleichtert das Auffinden erheblich. Empfohlen wird: JJJJ-MM_Arztname_Befundart.pdf. Zum Beispiel: 2024-03_Dr-Mueller-Kardiologie_EKG-Befund.pdf oder 2023-11_Krankenhaus-Berlin_Operationsbericht.pdf.
Wer viele Dokumente hat, kann diese nach Fachbereich in Unterordner aufteilen: Kardiologie, Orthopädie, Laborwerte, Bildgebung. Innerhalb jedes Ordners wird chronologisch geordnet. Das macht das Auffinden eines bestimmten Befunds auch nach Jahren noch einfach.
Notfall-PDF für die Brieftasche
Ein besonders praktisches Konzept ist das Notfall-PDF: ein ein- bis zweiseitiges Dokument mit den absolut kritischen Informationen, Blutgruppe, bekannte Allergien (besonders Medikamentenallergien), aktuelle Dauermedikation und ein Notfallkontakt. Dieses Dokument wird sowohl auf dem Smartphone gespeichert als auch ausgedruckt und in der Brieftasche mitgeführt.
Im Notfall können Rettungskräfte oder Notaufnahmen dieses Dokument sofort lesen, ohne Passwort, ohne App, ohne Internetverbindung. Die ausführliche, passwortgeschützte Akte dient dem Informationsaustausch mit behandelnden Ärzten; das ungeschützte Notfall-PDF für die schnelle Erstversorgung.