anleitung

E-Books als PDF erstellen und formatieren

Wie man ein E-Book als PDF erstellt, professionell formatiert und für verschiedene Lesegeäte optimiert. Praxisanleitung für Autoren und Content Creator.

PDF als E-Book-Format, Vor- und Nachteile

E-Books erscheinen in verschiedenen Formaten: EPUB, MOBI, AZW (für Kindle) und PDF. Jedes Format hat seine Stärken. PDF hat eine wichtige Eigenschaft, die es von den anderen unterscheidet: Es behält das exakte Layout bei, das der Autor gestaltet hat. Kein Reflow, keine automatische Neuformatierung, was gestaltet wurde, bleibt so.

Das ist ein Vorteil für Bücher mit komplexem Layout: Sachbücher mit vielen Grafiken, Lehrbücher mit Tabellen, Kochbücher, Design-Bücher. Bei reinen Textbüchern dagegen verliert sich der Vorteil, weil Leserinnen und Leser die Schriftgröße bei einem fließenden Format besser anpassen können.

Vorbereitung und Konzept

Bevor man mit der technischen Umsetzung beginnt, sollte das Konzept stehen. Wie groß ist das fertige Dokument (A4, Letter, oder ein eigenes Format wie 18 x 25 cm)? Welche Schriften sollen verwendet werden? Wie ist die Grundstruktur: Kapitel, Unterkapitel, Zwischenüberschriften?

Für die meisten E-Books sind folgende Elemente sinnvoll: Titelseite, optionale Widmung, Inhaltsverzeichnis, Einleitung, Hauptkapitel, Schluss oder Fazit, Über den Autor, und bei Fachliteratur ein Quellenverzeichnis. Diese Struktur sollte vor dem Schreiben feststehen, damit die Kapitelgliederung das Inhaltsverzeichnis widerspiegelt.

Erstellung in einer Textverarbeitung

Microsoft Word und LibreOffice Writer sind die am häufigsten verwendeten Programme für die E-Book-Erstellung. Beide bieten Formatvorlagen (Styles), die eine einheitliche Gestaltung aller Überschriften, Absätze und Zitate sicherstellen. Wer diese Formatvorlagen konsequent verwendet, bekommt beim PDF-Export automatisch korrekte Lesezeichen und ein verlinktes Inhaltsverzeichnis.

Wichtige Word-Einstellungen für den PDF-Export: Unter Datei, Exportieren, PDF und XPS auf die Optionsschaltfläche klicken. Dort sicherstellen, dass Lesezeichen für Überschriften und ein verlinktes Inhaltsverzeichnis erstellt werden. Das macht das fertige PDF erheblich benutzerfreundlicher.

Das fertige Word-Dokument lässt sich dann mit dem Word zu PDF-Werkzeug konvertieren, wenn keine direkte PDF-Export-Option in der verwendeten Software verfügbar ist.

Layoutsoftware für anspruchsvolle E-Books

Wer ein E-Book mit aufwändigem Layout gestalten möchte, greift besser zu spezialisierter Software: Adobe InDesign, Affinity Publisher oder das kostenlose Scribus sind hier die gängigen Optionen. Diese Programme ermöglichen präzise Typografie, mehrspaltige Layouts, professionelles Bildmanagement und die korrekte Erstellung von PDF-Tags für Barrierefreiheit.

Für einfachere Layouts bietet Canva Pro eine gute Mittelweg-Option: vorgefertigte E-Book-Vorlagen, einfache Bildintegration und direkter PDF-Export. Das Ergebnis ist nicht ganz auf dem Niveau professioneller Layoutsoftware, reicht aber für viele Content-Creator-Anwendungsfälle vollkommen aus.

Bilder und Grafiken einbinden

Bilder machen E-Books lebendiger, belasten aber die Dateigröße. Für Bildschirmansicht reichen 72 bis 150 dpi; wer das E-Book auch für den Ausdruck anbieten möchte, sollte 300 dpi verwenden. Eine zu große Datei kann mit dem PDF komprimieren-Werkzeug auf ein vernünftiges Maß gebracht werden.

Bei der Bildauswahl sollte man auf Rechte achten: Eigene Fotos, lizenzfreie Bilder von Plattformen wie Unsplash oder Pixabay, oder gekaufte Bilder von Stock-Agenturen. Bilder aus dem Internet ohne Quellenangabe zu verwenden, ist selbst in E-Books nicht zulässig.

E-Book-PDF für verschiedene Geräte optimieren

E-Books werden auf verschiedenen Geräten gelesen: Desktops, Laptops, Tablets und Smartphones. Die Herausforderung: Was auf einem großen Bildschirm gut aussieht, kann auf einem Smartphone kaum lesbar sein, wenn die Schrift zu klein ist.

Eine gute Faustregel: Mindestschriftgröße 11 bis 12 Punkt, ausreichende Ränder, ein Layout, das auch im Querformat auf einem Tablet gut lesbar ist. Wer ein E-Book für Smartphones optimieren möchte, sollte ein Hochformat mit einspaltigem Layout wählen.

Verbreitung und Schutz

Fertige E-Books, die verkauft oder kostenlos als Lead-Magnet verteilt werden, sollten vor unberechtigter Weitergabe geschützt werden. Ein Passwortschutz verhindert das Öffnen ohne Berechtigung, schränkt aber die Benutzerfreundlichkeit ein. Alternativ lässt sich das Drucken oder Kopieren von Text deaktivieren, während das Lesen weiterhin möglich bleibt.

Das PDF schützen-Werkzeug bietet diese Optionen. Für kostenlose E-Books, die als Marketingmittel dienen, genügt es oft, einen dezenten Hinweis auf den Autor und die Website im Dokument zu platzieren, ohne Schutz, der die Weitergabe (und damit die Verbreitung) erschwert.

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